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Was ist eine "zweite Leichenschau"?

Eine zweite Leichenschau wird im Krematorium kurz vor der Einäscherung vorgenommen. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Leichenschau, die nach Eintritt des Todes durch den Haus- oder Bereitschaftsarzt durchgeführt werden muss. Bei der zweiten Leichenschau überprüft ein vom Gesundheitsamt bereitgestellter Arzt, ob die Todesumstände mit den angegeben Daten auf der vertraulichen Todesbescheinigung übereinstimmen. Hierbei führt er erneut eine äußerliche Leichenschau durch. Ergeben sich Unstimmigkeiten, kann der unabhängige Arzt den Verstorbenen solange einer Feuerbestattung vorenthalten, bis er diese für unbedenklich hält. Unter besonderen Umständen kann das mehrere Tage dauern. Erst nach der Freigabe des Arztes aus dem Gesundheitsamt wird der Verstorbene eingeäschert. In den meisten Fällen jedoch hält der Arzt die Einäscherung für unbedenklich.

Die Gründe für die fehlende Freigabe zur Einäscherung können verschieden sein und werden dem Bestatter auch nicht mitgeteilt. Erfahrungsgemäß können dem Tod vorangegangene Verletzungen den Arzt Hellhörig werden lassen. Hämatome durch Stürze oder ähnliches müssen also vom zuletzt behandelnden A'rzt erst bestätigt werden, damit ein Fremdverschulden auszuschließen ist. Das Beifügen der letzten Arztbriefe bei Abgabe der Kremationspapiere durch den Bestatter bringt aber auch nicht den gewünschten Effekt: Diese Papiere werden vom Arzt nicht anerkannt, er holt sich grundsätzlich immer selbst seine Informationen vom Arztkollegen direkt.

Verstorbene, die eines nicht natürlichen Todes gestorben sind und erst nach Freigabe der Staatsanwaltschaft bestattet werden dürfen, müssen im Falle einer Feuerbestattung nicht von einem zweiten Arzt im Krematorium begutachtet werden. Hier ersetzt die Freigabe die Bescheinigung des Gesundheitsamtes. 

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Zuletzt aktualisiert am 11.10.2019 von Best. Klein.

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