Erdwahl-/reihengrab

Ein Erdwahlgrab ist ein Kaufgrab, welches man bereits zu Lebzeiten erwerben kann. Die Stelle des Grabes kann man sich selbst aussuchen, die Laufzeit kann beliebig oft weiter erworben werden. Zu beachten ist, dass man das Grab bei einer weiteren Beisetzung nachkaufen muss, wenn etwas Zeit (mindestens ein Jahr, regional abhängig) verstrichen ist. In diesem Grab kann man zunächst zwei Särge und bis zu vier Urnen beisetzen, hier wird der erste Sarg tief gebettet, der zweite Sarg normal (Einzeltiefengrab). Bei einer Beisetzung von bis zu 4 Särgen und mindestens 8 Urnen erwirbt man ein Doppeltiefengrab.  

Eine Bedingung für ein Erdreihengrab ist, dass dieses nach einer Ruhefrist nicht mehr nachgekauft werden kann. Hier darf auch nur ein Sarg beigesetzt werden, die Platzwahl obliegt meist der Stadt und erfolgt demnach der Reihe nach. Reihengräber sind in vielen Fällen auch kostengünstiger und somit eine bevorzugte Grabart bei Sozialbestattungen.

Auf den Fotos sind Grabfelder des Friedhofs in Schwetzingen abgebildet.

Urnenwahl-/reihengrab

In einem Urnenwahlgrab kann man ein bis vier Urnen beisetzen lassen. Ist die Ruhefrist der ersten Urne verstrichen, kann eine neue Urne beigesetzt werden, hier muss das Grab für die Laufzeit neu erworben werden. Anders als bei einem Erdwahlgrab kann man hier aufgrund der Größe keinen Sarg beerdigen.

Wie beim Erdreihengrab kann man sich den Platz eines Urnenreihengrabes vorab nicht selbst aussuchen. Diese Grabart ist allerdings eine Alternative für Angehörige, die nicht über einen jahrzehntelangen Zeitraum einem Grab gegenüber verpflichtet sein möchten. Meist liegt die Laufzeit des Reihengrabes bei 15 oder 18 Jahren.

Urnenrasengrab

Urnenrasengräber sind bekannt für ihre einfache Handhabung: Es handelt sich hier, wie der Name schon sagt, um eine Rasenfläche, die vom Personal des Friedhofes instand gehalten wird. Die Kosten der Rasenpflege sind im günstigen Preis des Grabes bereits einkalkuliert. In gewissen Abständen sind Steinplatten in den Boden eingelassen, welche von einem von der Familie beauftragen Steinmetz oder der Stadtverwaltung nach der Beisetzung graviert werden können. Wie bei einem Reihengrab darf dort nur eine Urne beigesetzt werden. Es gibt einen separaten Platz, auf welchem man Blumen, Kerzen und andere Grüße für den Verstorbenen ablegen kann. Direkt am Grab ist dies nicht erlaubt. Regional findet man diese Gräber auf dem Friedhof in Schwetzingen und in Heidelberg-Kirchheim.  

Auf den Fotos sind Grabfelder des Friedhofs in Schwetzingen abgebildet. 

Anonymes Grab

In einem anonymen Grab ist Platz für eine Urne. Dieses Grab kann nicht individuell gestaltet werden, denn es ist nicht erlaubt, bei der Beisetzung anwesend zu sein. Es fallen weder Kosten für einen Grabstein noch für die Grabpflege an, das Grab ist dennoch kostenpflichtig. Das Hauptargument für die Wahl eines anonymen Grabes ist der Wunsch nach einem Platz, bei welchem die Angehörigen keine Arbeit haben. 

Regional kann es vorkommen, dass doch eine Kennzeichnung erlaubt ist oder vom Friedhof vorgegeben wird. Die Gemeinde Plankstadt bietet teilanonyme Gräber an, hier darf man bei der Beisetzung dabei sein und hat dazu die Möglichkeit, eine kleine Namensplatte an eine Stele zu setzen. Das Grab an sich darf trotzdem nicht gekennzeichnet werden. 

Ein anonymes Grab sollte nicht die erste Wahl sein, es gibt für die verschiedensten Beweggründe zur Anonymität ausreichend Alternativen. 

Auf den Fotos sind Grabfelder des Friedhofs in Schwetzingen abgebildet. Hier hat man ausnahmsweise die Möglichkeit, ein kleines Erinnerungsstück auf der gekennzeichneten Fläche abzulegen. Das anonyme Feld in Schwetzingen wird derzeit noch bepflanzt, es finden aber bereits schon Beisetzungen statt. 

Urnenwände/-stelen/-nischen

Urnen können auch in speziellen Wänden beigesetzt werden, ist diese Wand in einem Gebäude integriert, nennt man es "Kolumbarium". Hier entfällt ein klassisches Grab in der Erde, anstelle dessen gibt es eine Kammer, meist in quadratischer Form. Bis zu zwei Urnen finden hier in der Regel Platz. Vor der Beisetzung sollte man unbedingt mit Bestatter und Friedhofsverwaltung die Maße der Urne sowie der ausgesuchten Kammer vergleichen, in manchen Fällen benötigt man eine kleinere Schmuckurne oder kann bei einer Zweitbelegung nur noch eine Aschekapsel beisetzen.

Auf den Fotos sind Grabfelder des Friedhofs in Leimen-St. Ilgen abgebildet.

Baumgräber auf Friedhöfen

Wenn man die Nähe und Verbundenheit zur Natur bewahren will, aber nicht unbedingt eine Bestattung in einem Bestattungswald wünscht, kann man das Angebot vieler regionaler Friedhöfe annehmen. Am Fuße eines Baumes können Urnen beigesetzt werden, eine Namensplatte oder ein Findling kennzeichnet das Grab. Mancherorts pflegen die Mitarbeiter des Friedhofes die Grabfelder, einige Gemeinden wie Eppelheim bieten die Grabpflege aber auch über die Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner an (= "gärtnerbetreut"). 

Auf den Fotos sind Grabfelder des Friedhofs in Schwetzingen abgebildet. Leider sind derzeit alle Plätze belegt.

Baumgräber in Bestattungswäldern

Mittlerweile weit verbreitet ist die sogenannte "Baumbestattung". In speziell gekennzeichneten Bestattungswäldern gibt es die Möglichkeit, eine Urne der Natur zu übergeben. Verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Angeboten sind deutschlandweit verteilt. Man kann entweder einen Baum für die ganze Familie oder einen Gemeinschaftsbaum erwerben, um dessen Stamm die Aschen weiterer Verstorbener beigesetzt werden können. In vielen Bestattungswäldern gilt: so wenig Blumenschmuck wie möglich bei der Beerdigung niederlegen, denn die Grabpflege übernimmt die Natur selbst. Einen Baum kann man sich vorab aussuchen und erwerben, manche Anbieter gewähren eine Ruhefrist von bis zu 99 Jahren.

 

Die Fotos zeigen die Andachtsplätze 1 und 2 im FriedWald Dudenhofen. 

Gärtnergepflegte Gräber

Ein Grab im gärtnergepflegten Feld auf dem örtlichen Friedhof ist eine beliebte Variante für Angehörige, die weit weg wohnen oder vor Ort nicht mobil sind. Gärtner kümmern sich um eine saisonal angepasste Bepflanzung, wie es der Auftraggeber wünscht. Man unterscheidet genauso zwischen Erdwahl- und reihengräbern sowie Urnenwahl- und reihengräbern. Lediglich die Pflege bietet weitere Optionen: Es gibt die Möglichkeit, die Stelle "immergrün" einem Waldboden ähnlich anlegen zu lassen. Hier werden keine Blumen gepflanzt, es ist aber erlaubt, zum Gedenken einen Blumenstrauß oder ein Gesteck auf das Grab zu stellen. Wenn man es doch farbenfroh möchte, entscheidet man sich für ein Blumenbeet. Es wird davon abgeraten, selbst etwas einzupflanzen, da die Gärtner bestimmte Vorgaben haben und diese nur so erfüllen können.

Wichtig zu wissen: bei dieser Grabvariante zahlt man sowohl das Grab als auch die Pflege. Die Kosten für das Grab gehen hier an die Stadt oder Gemeinde,  die Pflege übernimmt die Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner eV., welche vor Ort einen Floristen oder eine Gärtnerei beauftragt.

 

Auf den Fotos ist der "Garten der Erinnerung" des Friedhofs in Schwetzingen abgebildet.

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